eklecia richtet sich an Gemeinden, die schnell und ohne Installation eine Lösung für Gottesdienste ohne Organisten suchen. Die App ist ansprechend gestaltet und bietet transparente Preise. Betrieben wird das System von der EKLECIA LLC mit Firmensitz in Wyoming, USA — ein US-Unternehmen ohne genannten deutschen Vertragspartner. Die Pflicht zum Monatsabo und die Internetabhängigkeit sind bei der Entscheidung wesentliche Faktoren. Offen bleibt außerdem die Frage, wie ein US-Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland seiner Meldepflicht gegenüber der GEMA nachkommt — wir empfehlen, das vor Vertragsabschluss direkt bei eklecia zu erfragen.
Was eklecia kann
eklecia ist eine reine Softwarelösung: Die App läuft auf jedem Smartphone oder Tablet (iOS und Android). Kirchenlieder werden aus einer zentralen Cloud-Datenbank geladen und über Lautsprecher abgespielt — entweder über den eingebauten Lautsprecher des Geräts oder über eine angeschlossene Anlage.
Die Bedienung ist intuitiv: Lied suchen oder Nummer eingeben, antippen, abspielen. Vorspiel und Strophen sind automatisch organisiert. Liedpläne lassen sich im Voraus erstellen. Das Interface gilt als besonders nutzerfreundlich und übersichtlich.
eklecia betreibt eigene Vergleichsseiten auf seiner Website, u.a. /vergleich/ecantore — die Plattform ist in der Suchmaschinen-Sichtbarkeit gut aufgestellt.
Was eklecia NICHT kann — ehrliche Einschätzung
Kein Anschluss an die echte Kirchenorgel
eklecia kann keine vorhandene Orgel ansteuern. Der Klang kommt immer aus Lautsprechern — egal ob die Gemeinde eine wertvolle Pfeifenorgel oder eine Digitalorgel hat. Wer möchte, dass die eigene Orgel spielt, kann eklecia dafür nicht nutzen.
Dauerhaft internetpflichtig
eklecia lädt Lieder aus der Cloud — eine Internetverbindung ist für jede Nutzung zwingend. Viele ältere Kirchen haben kein WLAN, und Mobilfunkverbindungen sind in manchen Kirchengebäuden unzuverlässig. Ein Ausfall bedeutet: keine Musik im Gottesdienst.
99 €/Monat — über 5 Jahre ca. 5.940 €
Das monatliche Abo ist die einzige Bezahlform. Es gibt kein Einmalkauf-Modell. Über einen langen Nutzungszeitraum sind die Gesamtkosten deutlich höher als bei Hardware-Systemen. Kündigung ist monatlich möglich — das ist ein Vorteil gegenüber Opus Musici.
Kein integrierter Liedanzeiger
eklecia bietet keine Lösung für einen Liedanzeiger, der der Gemeinde die Liednummer anzeigt. Das ist für viele Gemeinden ein relevantes Merkmal — besonders in größeren Kirchen.
Tempoänderung über Pitch-Shifting realisiert
Wird das Tempo geändert, ändert sich bei eklecia auch die Tonhöhe der Wiedergabe — ein Hinweis darauf, dass Tempoänderungen durch Beschleunigung oder Verlangsamung der Audio-Datei (Pitch-Shifting) umgesetzt werden und nicht über eine echte MIDI-Steuerung (Stand 2025). Bei langsamem Tempo klingt die Begleitung tiefer, bei schnellem Tempo höher als der Originalton — ein Unterschied, der besonders für geübte Kirchenbesucher hörbar ist.
Kaum verbreitet in Deutschland und Österreich
Im Vergleich zu ecantore und Organola ist eklecia im deutschsprachigen Raum wenig verbreitet. Öffentlich dokumentierte Referenzinstallationen in deutschen Gemeinden liegen nicht vor.
Firmensitz USA — kein deutschsprachiger Vertragspartner genannt
eklecia wird von der EKLECIA LLC betrieben, eingetragen in Wyoming, USA. Auf der Website wird kein deutschsprachiger Ansprechpartner oder Vertragspartner genannt. Für kirchliche Einrichtungen, die einen deutschen Vertragspartner, eine EU-konforme Datenschutzverarbeitung oder einen lokalen Kundendienst benötigen, sollten diese Punkte vor Vertragsabschluss geklärt werden.
GEMA-Meldepflicht: Wie wird das aus den USA abgewickelt?
Anbieter, die in Deutschland GEMA-geschützte Werke über eine App verbreiten, unterliegen einer gesetzlichen Meldepflicht gegenüber der GEMA — unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Wie die EKLECIA LLC mit Sitz in Wyoming, USA diese Pflicht gegenüber der GEMA erfüllt, ist auf der Website nicht dokumentiert. Wir empfehlen Gemeinden, das vor Vertragsabschluss schriftlich beim Anbieter anzufragen. Deutsche Anbieter wie Renkens (ecantore) rechnen ihre Inhalte nachweislich mit der GEMA ab.
Pro und Contra im Überblick
- Sofort startbereit — keine Installation, keine Lieferzeit
- Günstiger Einstieg (monatlich kündbar)
- Ansprechendes, modernes Interface-Design
- Liedrepertoire (Gotteslob, EG und weitere)
- Transparente, öffentliche Preise
- Liedpläne im Voraus erstellen
- Läuft auf vorhandenen Geräten (kein Hardware-Kauf)
Vorteile
- Kein Anschluss an echte Kirchenorgel möglich
- Dauerhaft auf Internet angewiesen
- Monatliches Abo — kein Einmalkauf
- 99 €/Monat = ca. 5.940 € über 5 Jahre
- Kein integrierter Liedanzeiger
- Klang aus Lautsprecher — kein Orgelklang
- Tempoänderung über Pitch-Shifting — Tonhöhe ändert sich mit dem Tempo
- Firmensitz USA — kein deutschsprachiger Vertragspartner genannt
- Im deutschsprachigen Raum kaum verbreitet
- Bei Internet-Ausfall: keine Funktion
Nachteile
Preise (Stand 2026, öffentlich auf eklecia.org)
eklecia bietet Monatspläne an:
- Starter: Einstiegspaket für kleine Gemeinden
- Standard / PRO: 99 €/Monat — voller Zugriff auf alle Lieder und Funktionen
Eine vollständige Preisübersicht ist direkt auf eklecia.org einsehbar. Wir empfehlen, die aktuellen Konditionen dort direkt zu prüfen, da sich Preise ändern können.
Für wen ist eklecia geeignet?
Gemeinden ohne eigene Orgel und stabiles Internet
Wo keine Orgel vorhanden ist und eine zuverlässige Internetverbindung besteht, kann eklecia eine einfache und sofort einsetzbare Lösung sein.
Temporärer oder gelegentlicher Bedarf
Wer das System nur für einen bestimmten Zeitraum benötigt und monatlich kündigen möchte, profitiert von der Flexibilität des Abo-Modells.
Mobile Nutzung an wechselnden Orten
Für Andachten an wechselnden Orten (Krankenhaus, Heim, draußen) ist eklecia durch das vorhandene Smartphone besonders flexibel.
Kirchen, die ihre eigene Orgel nutzen wollen
eklecia kann keine vorhandene Orgel ansteuern. Wenn der Orgelklang der eigenen Kirche erhalten bleiben soll, ist eklecia keine Option.
Kirchen ohne zuverlässiges Internet
ältere oder ländliche Kirchengebäude mit schlechter Mobilfunkversorgung oder ohne WLAN: Hier ist die Internet-Abhängigkeit von eklecia ein reales Risiko für den Gottesdienst.
Fazit
eklecia ist eine optisch ansprechend gestaltete App-Lösung — schnell einsetzbar und ohne Hardware-Investition. Für Gemeinden ohne Orgel und mit stabilem Internet ist sie eine mögliche Option für temporären oder gelegentlichen Bedarf. Langfristig sind die Kosten bei durchgehender Nutzung deutlich höher als bei Hardware-Systemen. Die Punkte Firmensitz USA, Temposteuerung per Pitch-Shifting und geringe Verbreitung im deutschsprachigen Raum sollten bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Wer die eigene Kirchenorgel nutzen möchte, braucht zwingend ein Hardware-System.